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Samstag, 27. Mai 2017

   GIG 06/17

GIG-Events


GIG-Konzertvorsch.


GIG-Präsentat.



VAINSTREAM ROCKFEST

Samstag 01.07.17 um 10 Uhr am Hawerkamp, MS


Gewinn' mich!


UNI-GIG


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Redaktion

Zum Reinschnuppern! Einige redaktionelle Highlights unserer neuesten Print-Ausgabe können hier vorab gelesen werden. Das "ganze" GIG gibt es ab sofort kostenlos an über 400 Auslegestellen in Münster, Osnabrück und den dazugehörigen Großräumen.


 

 

 

Eröffnungsparty Skulptur Projekte

Mit großem Bohei startet am 10. Juni die fünfte Ausgabe der Skulptur Projekte, die alle zehn Jahre hochkarätige Kunst im öffentlichen Raum präsentiert. Zum Start wird groß gefeiert und zu diesem Zweck mit viel Bühnen- und DJ-Prominenz das gesamte Hawerkamp-Gelände in Beschlag genommen: Zu den Höhepunkten zählen die Auftritte von Sophia Kennedy, Erobique, Westbam, DJ Abidjaninski und DJ Steloo. Der Eintritt ist frei. Zwischen LWL-Museum für Kunst und Kultur und Hawerkamp fahren Shuttlebusse.

>> 10.06. MS - Am Hawerkamp, 19 Uhr >> www.skulptur-projekte.de


Bild: Damon Jah

8 Jahre Bassmania

Zum achten Geburtstag nimmt die Bassmania alle Clubs und Clubkeller am Hawerkamp in Beschlag und schickt eine handverlesene DJ-Armada (u.a. Mike Väth) los, um die Gäste mit allen Spielarten elektronischer Tanzmusik auf die Tanzflächen zu locken. Das musikalische Spektrum reicht von House und Drum‘n‘Bass über Techno und PsyTrance bis hin zu Hardtechno und Trap. Ebenfalls mit dabei: der Reggae-Floor im Triptychon.

>> 09.06. MS - Club Favela, Conny Kramer, Fusion Club, Sputnikcafé, Sputnikhalle, Triptychon, 23 Uhr >> www.facebook.com/bassmaniaxxl

 

 

The Mountain Goats

Goths

John Darnielle geht mehr und mehr dazu über, sich auf einem Album mit einem bestimmten Personenkreis auseinanderzusetzen. Beim letzten Mal erzählte er von Wrestlern, dieses Mal geht es um Gruftis. Die Erwähnung des Leaders der Band The Sisters Of Mercy in „Andrew Eldritch Is Moving Back To Leeds“ spricht Bände, darüber hinaus erlaubt sich Darnielle Seitenhiebe auf Trent Reznor, Gene Loves Jezebel, The Bolshoi oder Red Lorry Yellow Lorry.

Es ist aber nicht so, dass sich The Mountain Goats nun total ins düstere Verlies begeben. Der Kirchenchor zu Anfang in „Rain In Soho“ lässt das noch vermuten, aber sonst sticht auch Leichtigkeit heraus. In einigen Stücken steckt ein Hauch von Prefab Sprout, mitunter werden Easy Listening oder Jazz tangiert. Sich selbst schätzt Darnielle auch ein, und zwar mit den Worten „I‘m hardcore but I‘m not that hardcore“. Nicht nur an dieser Stelle muss man genüsslich lachen. Man kann sich aber auch oft genug an musikalischem Anspruch ergötzen. Humor und Kunst - diese doppelte Ausrichtung macht „Goths“ zu einem späten Meisterwerk. Thomas Weiland 

••••• Merge/Cargo; www.mountain-goats.com


Paul Weller

A Kind Revolution

Es gibt immer irgendwo noch einen guten Song zu schreiben, könnte man in Anlehnung an eine Baumarktwerbung sagen. Paul Weller treibt seit knapp zehn Jahren eine positiv gewendete Torschlusspanik von einem tollen Album zum nächsten. „A Kind Revolution“, stilistisch sehr heterogen, imponiert durch die lässige Souveränität, mit der der ewige Mod seine Inspirationen und Prägungen kreativ frei durchlüftet. Bestes Beispiel ist der in einen J.B.’s-Beat erster Galosche mündende, jazzig mäandernde Strom von „She Moves With The Fayre“, in den Weller sich mit seinem Gast Robert Wyatt stürzt.

„Nova“ dagegen suggeriert, es hätten dereinst Syd Barrett und Roy Wood anstelle von Bowie und Iggy in Berlin gewerkelt. New-Orleans-R&B, schwitziger Latin- Groove, die hymnische Blue-Eyed-Soul- Ballade „Long Long Road“ oder der elegante Disco-Funk von „One Fear“: Ein perfektes Händchen fürs pfiffige Detail führt Regie in allen Songs, die dadurch nicht nur melodisch, sondern auch durch subtile Klangtrunkenheit fesseln. Wolfgang A. Müller 

•••• Parlophone/Warner; www.paulweller.com

 

 

Loving

In den 50er Jahren war es in manchen Staaten der USA noch verboten, als Weißer eine schwarze Frau zu heiraten und umgekehrt. Dieser Problematik widmet sich das Drama von Jeff Nichols („Take Shelter“) aus der sehr persönlichen Sicht von Mildred und Richard Loving. Als sie schwanger wird, macht er ihr ohne zu zögern einen Antrag. Obwohl die so genannte interracial marriage im Staat Virginia illegal ist. Noch während der Schwangerschaft werden die beiden verhaftet.

Der Beginn eines Kampfes, der ihnen alles abverlangt. Nicht zuletzt dank Robert Kennedy wurden die Lovings zum Gegenstand einer historischen Gesetzesänderung. Ein Präzedenzfall, aus dem Nichols allerdings kein Justizdrama macht, sondern eine Liebesgeschichte, glaubwürdig dank des würdevoll zurückhaltenden Spiels von Joel Edgerton und der Oscar- nominierten Ruth Negga. “Sagen Sie dem Two against the world: Mildred (Ruth Negga) und Richard (Joel Edgerton) Richter nur, dass ich meine Frau liebe“, sagt der wortkarge Richard seinem Anwalt in einer von vielen anrührenden Szenen.

Mildred und Richard sind keine Bürgerrechtler. Sondern einfache Menschen, mit dem einfachen Traum, ihr Leben miteinander zu verbringen. Ein Liebesfilm mit durchaus aktueller politische Aussage: Wo das individuelle Glück illegalisiert wird, hat die Gesellschaft ein menschliches Problem. Damals wie heute. Karin Jirsak

•••• USA / GB 2016; Regie: Jeff Nichols; mit Joel Edgerton, Ruth Negga, Marton Csokas u.a.; Bundesstart: 15.06.; www.facebook.com/lovingthefilm


Born To Be Blue

Die Molltöne entsprachen schon immer eher der Natur des Chet Baker. Sein größter Erfolg ist immerhin das an Traurigkeit kaum zu überbietende „My Funny Valentine“. Dennoch traf er einen Nerv und stieg in den Fünfzigern zu einem der gefragtesten Jazz-Musiker auf. Doch es stellte sich schnell heraus, dass Baker nicht für das Showbiz geschaffen war. Nur ein knappes Jahrzehnt später war er am Ende. Heroinabhängig saß er im Knast.

Hier setzt Robert Budreaus Interpretation ein. Ein Filmproduzent kauft ihn frei. Er will ein Biopic über Baker drehen, mit ihm in der Hauptrolle. Am Set begegnet dem geläuterten Trompeter die Schauspielerin Jane (Carmen Ejogo). Mit seinem Charme gewinnt er sie für sich, doch das Glück währt nicht lange. Chet landet im Krankenhaus, nachdem ihn ein früherer Dealer, dem er noch Geld schuldete, blutig schlug. Dabei büßt er einen Großteil seiner Zähne ein - und die Fähigkeit seiner Berufung nachzugehen.

Budreau, der bereits einen Dokumentarfilm über Bakers Leben drehte, wählt für sein Spielfilmdebüt eine sehr frei improvisierte Herangehensweise. Seine Interpretation ist leidenschaftlich, ebenso wie das Spiel von Ethan Hawke, der den „King of Cool Jazz“ nuanciert verkörpert. Lars Tunçay

••••• GB / CDN 2015; Regie: Robert Budreau; mit Ethan Hawke, Carmen Ejogo, Callum Keith Rennie u.a.; Bundesstart: 08.06.; www.borntobeblue.de